Architekturbüro Ralf Schmidt
 


Gebäudeleerstand – bei uns doch nicht?!

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

In den nächsten Jahren wird es in ländlichen Regionen durch den demografischen Wandel und die Fortwanderung gerade der jungen Bevölkerung zu einem Rückgang der Einwohnerzahl kommen.

Bei gleichbleibender Wohnfläche bedeutet dies ein Wohnflächenüberhang, der in Form von Gebäudeleerstand sichtbar werden wird.

Um auch zükünftig das Leben auf den Dörfern zu sichern, stelle ich Ihnen auf den folgenden Seiten meine Überlegungen zu diesem umfassenden Thema in Stichpunkten vor und möchte Sie bitten sich zu beteiligen.

Bitte senden Sie mir Ihre Lösungsansätze/Ideen zu den nebenstehenden Themen.

Gerne stehe ich Ihnen auch persönlich zur Verfügung.

Es grüßt herzlich Architekt Ralf Schmidt


1. Statistische Grundlagen – bis 2030 im HSK

Während sich die Zahl der älteren Personen im Hochsauerlandkreis erhöht, reduziert sich die gesamte Einwohnerzahl um ca. 13,4 % (ca. 36.000 Personen).

Multipliziert mit der durchschnittlichen Wohnfläche pro Einwohner (42qm nach Bertelsmannstiftung) ergibt sich ein Flächenüberhang von 1.512.000 qm.

Legt man eine Wohnhausgröße von 200 qm zugrunde, entspricht dieser Flächenüberhang 7560 Ein- bis Zweifamilienhäuser, die 2030 unbewohnt blieben.

Wenn zukünftig auch mit einer höheren Wohnflächenzahl zu rechnen sein wird, werden gerade die kleineren Ortschaften am meisten mit dem drohenden Leerstand zu kämpfen haben. Dieser Entwicklung gilt es gegenzusteuern.


2. Ziele und Herausforderungen

Die Herausforderung wird sein, die zu erwartenden Leerstände schon heute zu erkennen und frühzeitig Maßnahmen einzuleiten, um die Folgen abzumildern.

Grundlage dafür sind fundierte Bestands-/ bzw. Leerstandsanalysen, die momentan durch das Leader Projekt(Dorfentwicklung der Zukunft– Datenerhebung) erhoben werden.

(Näheres finden Sie unter www.leader-sauerland.de)

Mit diesen Ergebnissen können Handlungsschwerpunkte für Bereiche/Ortschaften entwickelt werden, die eine erhöhte Leerstandsquote zu erwarten haben.

Der Austausch von Informationen zwischen Verwaltung und Ortschaften wird notwendig, um gemeinsam abgestimmte Maßnahmenkataloge zu erarbeiten. Bürger sollten Ihre Vorstellung äußern, wie sie sich das zukünftige Leben im Alter vorstellen. Daraus können Rückschlüsse über die zukünftige Art des Wohnens gezogen werden.

Die interkommunaler Zusammenarbeit bietet die Möglichkeit, überregionale Handlungskonzepte aufzustellen, aus denen auch Lösungsansätze für die Gemeinde Eslohe gezogen werden können.

Mit dem Engagement der Bevölkerung kann die innerörtliche Entwicklung der Ortskerne vorangetrieben werden. Dabei sollten ortsprägende Maßnahmen im Vordergrund stehen, die zur Unverwechselbarkeit des Ortes beitragen. Die Einwohner identifizieren sich mit der Ortschaft, erfahren ein neues Heimatgefühl. Durch Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs wird die Bindung unter den Ortsteilen gestärkt.

Unter Einbeziehung der Immobilien-Branche etabliert sich eine Immobilienbörse, die sich zur Aufgabe macht, potenziellen Leerstand zu erkennen und zu verhindern.

 

3. Mein Haus steht leer - was tun?

Die Lösung kann in einer neuen Nutzung liegen. So können genossenschaftlich betriebene Einkaufsläden die Vor-Ort-Versorgung kleinerer Ortschaften sichern, oder der Umbau zum barrierefreien Wohnen mit direktem Bezug zum Ortskern älteren Menschen ein neues Zuhause geben. Multifunktionale Gebäude können entstehen, in denen sich mehrere Gewerke eine Fläche teilen. In Grimminghausen und Hengsbeck wurden Gemeinschaftshäuser gebaut, die als neuer Dorfmittelpunkt akzeptiert sind.

Existenzgründern könnte durch eine kostenlose Bereitstellung von Gewerbeflächen der Einstieg in das Berufleben erleichtert werden.

Falls keine neue Nutzung gefunden werden kann und ein zu hoher Sanierungsstau besteht sollte auch im Sinne der Gemeinde über einen Rückbau nachgedacht werden.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Leerstehende Gebäude haben Auswirkungen auf die direkte Nachbarschaft, den Ort und auf den gesamten Hochsauerlandkreis.

Ziel wird es sein, den Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Wohn- und Gewerbeimmobilien so gut wie möglich zu entgegnen.

Mit gemeinsam erarbeiteten Handlungskonzepten kann sich der Hochsauerlandkreis dieser Aufgabe stellen.